Wein als Investment

Namen wie Petrus, Latour, Haut Brion, Sassicaia, Le Pin, Harlan oder Romanee Conti machen nicht nur Gourmets hellhörig, und nicht immer ist der Esstisch der finale Bestimmungsort solcher Flaschen. Immer schon waren die grossen Weine dieser Welt nicht nur Genussmittel, sondern auch Sammlerobjekte, Wertanlagen oder Statussymbole. 

Viele Weinsammler mögen in anderen Parametern über ihre Schätze denken, doch es ist nicht von der Hand zu weisen: ein gut selektiertes und betreutes Wein-Portfolio kann ein spitzen Investment sein. Aus einem 20-Jahre Vergleich – ebenfalls von Liv-ex – von SWAG Indices (Silver, Wine, Art, Gold) geht der Liv-ex Fine Wine Investables Index sogar als beste Anlage dieser Klasse hervor, sowohl was die Niedrigkeit des Risikos aus auch die Höhe des Profits betrifft.

In Weine zu investieren ist indes keine neuzeitliche Erscheinung. Schon im römischen Reich gab es passionierte Weinsammler und einen Sekundärmarkt für rare Weine, auf dem Teile dieser Sammlungen wieder verkauft wurden. Heute ist dieser Sekundärmarkt grösser denn je. Insbesondere auch die „bordeauxphile“ Schweiz ist seit Jahrzehnten eine Drehscheibe für spekulative Weine.

  • Bordeaux 1er Crus aus den 90er Jahren sind heute ein vielfaches ihres Ausgabe Preises wert
  • Der Fine Wine 100 Index auf Liv-ex.com ist innert zehn Jahren um 400% gestiegen

  • Preise der gesuchtesten Burgunder steigen aktuell in den Himmel

  • Robert Parkers 100/100 Bewertungen belohnen Käufer von Montrose, Smith Haut Lafite, Cos d’Estournel und anderer 2009er mit satten Renditen

Viele Faktoren haben Einfluss auf die Preisentwicklung von Spitzenweinen und gute Bewertungen etablierter Publikationen wie Robert Parkers „Wine Advocate“ alleine genügen nicht, um eine Wein-Investition zum Erfolg zu führen.

Weitere Einflüsse, seitens der Nachfrage sind folgende

  • Der internationale Kennerkreis wächst beständig, neue Märkte in Asien und Südamerika sind erst in den Kinderschuhen und üben bereits grossen Einfluss auf den Markt aus.

  • Die wachsende Anzahl von HNWI (high net worth individuals), die sich die besten und begehrtesten Weine leisten können.

  • Spitzenweingüter werden zu etablierten globalen Luxury Brands.

Das Angebot indes bleibt gleich gross oder schrumpft sogar:

  • Nur wenige Weine kommen primär für ein Investment in Frage.

  • Die Produktionsmengen sinken, nicht zuletzt wegen der immer radikaleren Selektionskriterien der Produzenten um im Wettbewerb zu bestehen.

  • Die verfügbaren Mengen auf dem Markt schrumpfen durch deren Konsumation – was bei keinem anderen Investitionsgut der Fall ist.

  • Spitzenweine werden während einem Teil ihres Lebens besser, was die Begehrlichkeit weiter verstärkt.

Fazit: Trotz der globalen Wirtschaftsturbulenzen ist eine Investition in Spitzenweine – bei guter Beratung und weitsichtiger Strategie eine sichere Anlage mit geringem Risiko.